20.06.2015 Antifa Action Day

antifa Action Day

20.06.15 – ANTIFA ACTION DAY

Am 20. Juni will die neue Rassistentruppe um Michael Stürzenberger und Ester Seitz in Frankfurt demonstrieren. Als „Widerstand Ost/West“ wollen sie das versuchen womit schon „Fragida“, „Pegida Rhein/Main“ und seit neustem auch die „Freien Bürger für Deutschland“ gescheitert sind. Wenn sie durch Frankfurt wollen, müssen sie rennen!

Beteiligt euch an den Aktionen gegen den rechten Aufmarsch!
Achtet auf Anküdigungen!

Wir werden euch in kürze hierüber ausführlicher Informieren! Stay tuned!

Pegida entgegentregen – Jetzt erst Recht!

Pegida entgegentregen – Jetzt erst Recht!

Die Dresdner Pegida-Bewegung entstand in kürzester Zeit, wuchs rapide und wurde in vielen Städten mehr oder weniger erfolgreich kopiert. Grund hierfür sind u.a. die in der „Mitte der Gesellschaft“ weit verbreiteten reaktionären Grundeinstellungen, wie z.B. antisemitische, sexistische oder rassistische Meinungen, die in Pegida ein Sprachrohr fanden.[1] Kennzeichnend für Pegida sind ebenso ablehnende Haltungen gegenüber Medien und der etablierten Politik. Diese existieren quer durch verschiedene Schichten oder politische Lager, und Pegida konnte nahtlos hieran anknüpfen. Auch vor Aufkommen von Pegida hatte sich die Stimmung gegenüber Minderheiten* bereits in der gesellschaftlichen,  politischen und medialen Diskussion extrem aufgeheizt.  Dies zeigte sich u.a. in zahlreichen „Bürgerbewegungen“  gegen Asylbewerber*innenheime sowie dem starken Anstieg von rassistischen und antisemitischen Übergriffen.[2]

Der Bewegung schließen sich Menschen unterschiedlichster sozialer Herkunft an. In ihren Reihen entdeckt man bekennende Neonazis, Verschwörungstheoretiker*innen und „ganz normale Bürger*innen“. Die oft verwendete Unterteilung in „berechtigte Sorgen“ vor „Überfremdung“ und Neonazis, die diese angeblich für ihre rassistische Propaganda missbrauchen, verharmlost Pegida. Neu hieran ist gerade die Überwindung der Scheu im bürgerlichen Lager, in diesem Ausmaß gemeinsam mit Nazis und Rechtspopulist*innen auf die Straße zu gehen. Nachweise über die Verstrickungen von Pegida mit Neonazis werden entweder ignoriert oder als Erfindungen der „Lügenpresse“ abgetan. Daher kann der Versuch der etablierten Politik, mit der Bewegung ins Gespräch zu kommen, nur scheitern.[3]

Trotz inhaltlicher Differenzen und Streitigkeiten über die Ausrichtung, die zur Zersplitterung verschiedener Pegida-Ableger geführt haben, scheint es nicht so, dass die Bewegung vor einem Ende steht. Das zeigt unter anderem die Rückkehr Lutz Bachmanns und wieder ansteigende Teilnehmer*innenzahlen in Dresden. Selbst in Frankfurt, wo es zunächst so schien, als hätten die Gegenproteste den Ableger Fragida von der Straße verdrängt und Heidi Mund ankündigte, nicht mehr demonstrieren zu wollen, startet die Organisatorin nun unter neuem Label Demonstrationen. Die Inhalte und der Personenkreis unterscheiden sich jedoch nicht vom Vorläufermodel. Aber selbst wenn sich Pegida im Sand verlaufen würde, hätte die Bewegung schon starke Spuren hinterlassen.

Es wurde ein weiterer Rechtsruck in der Gesellschaft begünstigt, welcher sich unter anderem in der Annäherung der etablierten Politik an rechte Erklärungsmuster zeigt.

Dies bietet den theoretischen Nährboden für gewalttätige Übergriffe auf Migrant*innen und Journalist*innen. Deshalb trägt Pegida eine deutliche Verantwortung für die Akzeptanz solcher Gewalt. Aktuellstes Beispiel hierfür ist der Angriff auf ein Refugee-Camp in Dresden nach einer Pegida-Demo.[4] Gewalt gegen Menschen, die den rechten Feindbildern entsprechen, scheint wieder dadurch legitimiert, dass sie die Ausführung des Denkens der Mehrheit sei.  Diese Entwicklung, die sich europaweit beobachten lässt, wurde in Deutschland durch Pegida noch verstärkt.

Pegida erledigt sich nicht von selbst, sondern braucht aktiven Widerstand!

Rassismus entschlossen entgegentreten!

Rechte Entwicklungen auf allen Ebenen angreifen!

*Vor allem gegenüber Asylbewerber*innen, Migrant*innen, POC (PeopleOfColour) und Sinti und Roma. Auch andere Menschen, die nicht zum („nationalen“) Kollektiv gezählt werden, sind von Diskriminierung betroffen.

 

 

 

[1]Eine 2011 veröffentlichte europaweite Studie hält diesbezüglich fest: „Wir können zunächst grundsätzlich festhalten, dass sich in den hier untersuchten Ländern etwas abspielt, was wir in Deutschland schon seit Längerem beobachten: GMF [Gruppenbezogene Menschenfeindlichekeit A.d.Autor*innen] ist keineswegs ein Phänomen von politischen Randgruppen, sondern findet sich auch in der Mitte der Gesellschaft. Vorurteile finden sich keineswegs nur in Randgruppen, sondern auch in der Mitte der Gesellschaft.“ (Hövermann, Andreas; Küpper, Beate; Zick, Andreas: Die Abwertung der Anderen. Eine europäische Zustandsbeschreibung zu Intoleranz, Vorurteilen und Diskriminierung. Bonn 2011, S. 189.) Unter Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit werden in diesem Zusammenhang Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichekit, Sexismus und Homophobie gezählt (ebd., S. 44).

[2]Zum Ansteigen der Gewalt gegen Geflüchtete im Jahr 2014 vgl.: https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/aktuelles/2015/troeglitz-ist-kein-einzelfall-chronik-der-gewalt-gegen-fluechtlinge/ (Letzer Aufruf: 16.04.2015), eine Chronik gewalttätiger Übergriffe gegen Geflüchtete im Jahr 2015 ist hier zu finden: http://mut-gegen-rechte-gewalt.de/node/12865 (Letzter Aufruf: 16.04.2015), eine Chronik Antisemitischer Vorfälle seit 2002 hier: http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/die-stiftung-aktiv/themen/gegen-as/antisemitismus-heute/chronik-antisemitischer-vorfaelle-1/ (Letzter Aufruf: 16.04.2015).

[3]Trotzdem bemüht sich neben AFD und NPD auch immer wieder die CDU um eben solch einen Dialog, wofür hier nur ein Beispiel genannt werden sollen: http://www.tagesspiegel.de/politik/anti-islam-bewegung-in-sachsen-ein-cdu-politiker-will-auf-die-pegida-buehne/11494262.html (Letzter Aufruf 16.04.2015).

[4]Vgl.: http://www.dnn-online.de/dresden/web/regional/politik/detail/-/specific/Pegida-Anhaenger-und-Neonazis-versuchen-Fluechtlingscamp-in-Dresden-zu-attackieren-2976855077 (Letzter Aufruf: 16.04.2015)

Treffpunkt zur Blockupy Anreise

Da alleine Zugfahren immer doof ist haben wir uns für einen Zugtreffpunkt in Wiesbaden entschieden.

18.03.2015 06:15 Raucherbereich Gleis 7 Wiesbaden Hbf

Bitte kümmert euch vorher schon darum Reisegruppen für Bahngruppentickets zu suchen, da am Gleis nicht genügend Zeit seien wird!

Unsere neue Internetseite

Herzlich Willkommen auf unserer neuen Internetseite,  aktuell sind noch nicht viele Inhalte da aber es kommt nach und nach. Solltet ihr irgendwelche Fehler oder Bugs auf der Seite finden schreibt uns gerne eine Mail oder benutzt das Kontaktformular!

Bestes! Eure KI:Wi

Infostand Atari Teenage Riot 31.03.2014

Am 31. 03.2014 werden wir die Tour von Atari Teenage Riot mit einem Infostand supporten,  da sie ihre Tour umgelabelt haben und öffentlichkeitswirksam gegen Pegida mobil machen wollen! Finden wir gut unterstützen wir auch gerne! Am 31. werden wir dann mit ausführlicheren Flyern und unserem Infostand im Schlachthof vor Ort sein!

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Tag der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus 2015

Am Tag der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus, also dem 27.01.2015, riefen wir zu einer Gedenkkundgebung am Deportationsmahnmal Schlachthoframpe auf. Anlass war der 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Unserem Aufruf folgten ca 65 Personen. Nach Redebeiträgen von Lukas Weber (KI:Wi), Gabriel Nyc (Ver.di Jugend) und Ricardo Lenzi Laubinger (Sinti Union Hessen) wurden Blumen, Kerzen und ein Kranz am Mahnmal niedergelegt. Danach liefen alle Teilnehmer*innen gemeinsam zum Mahnmal für die ermordeten und deportierten Wiesbadener Sinti und Roma, um dort ebenfalls Kerzen zu entzünden und Blumen nieder zu legen.

Um unsere Botschaft sowie das allgemeine Erinnern an diesen Tag in die breite Öffentlichkeit zu tragen, wurde vor dem Schlachthof, pünktlich zum Berufsverkehr auf der nahegelegenen Bahnlinie , ein ca 25m langes Banner aufgehängt und ausgeleuchtet, das den Titel der Kundgebung trug. „Wir alle müssen dies als unsere Aufgabe verstehen: an das Unfassbare zu erinnern, zu dem die Menschen im Nationalsozialismus fähig waren, um zu verhindern, dass sich etwas Ähnliches je wiederhole.“ so Lukas Weber. Weiterhin dürfe „…die Singularität der Shoah nicht verharmlost werden, indem heutige Formen von Ausgrenzung mit ihr gleichgesetzt würden.“, so Weber weiter.

Auch Gabriel Nyc ging auf die aktuellen Entwicklungen ein und betonte, dass den Rassist*innen von PeGiDa kein Platz auf der Strasze und in den Köpfen gelassen werden darf. Ricardo Lenzi Laubinger erzählte in seinem sehr bewegenden Redebeitrag von der Verfolgung der Sinti in Wiesbaden. Abschlieszend stellte Lukas Weber fest: „Es gab keine ‚Stunde Null‘ in Deutschland nach dem Ende des Nationalsozialismus, weder auf staatlicher Ebene, noch in den Köpfen der Mehrheitsgesellschaft. Gerade, wenn heutzutage der Ruf nach einem ‚Schlussstrich‘ in Bezug auf den Nationalsozialismus wieder lauter wird, wenn viele Menschen die Vergangenheit ruhen lassen und endlich wieder ’stolz‘ auf ‚ihr‘ Land sein wollen, muss die Erinnerung an das, was hier passiert ist, lebendig gehalten werden.“

An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal beim Schlachthof Wiesbaden für die Kooperation und die Unterstützung in Sachen Strom und Licht bedanken!

 

Unser Aufruf:

2701

Die Kritische Intervention Wiesbaden ruft am 27.01.2015 (Tag der Erinnerung an die Ofer des NS-Regimes) zu einer Kundgebung am Deportationsmahnmal „Schlachthoframpe“ auf.

Am 27.01.2015 jährt sich zum 70. Mal die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz – für uns nicht nur ein Grund zu gedenken, sondern auch zu mahnen. Theodor W. Adorno, ein kritischer Intellektueller, der als Jude im NS verfolgt wurde und in die USA floh, schrieb 1966: „Die Forderung, daß Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung. Sie geht so sehr jeglicher anderen voran, daß ich weder glaube, sie begründen müssen noch zu sollen.“
(Theodor W. Adorno: Erziehung nach Auschwitz. In: Gesammelte Schriften, Bd. 10.2, S. 675-690.).

Wir alle müssen dies als unsere Aufgabe verstehen: an das Unfassbare zu erinnern, zu dem die Menschen im Nationalsozialismus fähig waren, und zu verhindern, dass sich etwas Ähnliches je wiederhole.

Am 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz wollen wir deshalb allen Opfern und Verfolgten des Naziregimes gedenken, die – auch von der Schlachthoframpe in Wiesbaden aus – nach Theresienstadt oder in andere KZs und Vernichtungslager deportiert wurden, die durch den deutschen Vernichtungswillen ums Leben kamen, sich im Untergrund verstecken oder fliehen mussten. Gerade jetzt, wo kaum noch Überlebende ihre Geschichte erzählen können, müssen wir neue Wege finden um an die Schrecken des NS zu mahnen.

Im Jahr 2014 haben in Deutschland viele durch eine Art Party-Patriotismus eine zweifelhafte Identität gefunden, ein kollektives „Wir Gefühl“, das durch den Gewinn des WM-Titels der DFB-Auswahl nur noch bestärkt wurde. Was das Ergebnis dieses neuen ungezwungen Patriotismus ist, zeigte sich spätestens nach dem Sieg im WM-Finale: Es kam in ganz Deutschland zu zahlreichen rechten und rassistischen Übergriffen. Auch linke Kneipen, Projekte und links-alternative Menschen, die sich dieser kollektiven Party nicht anschließen wollten, wurden Opfer.

Die Forderung, „daß Auschwitz nicht noch einmal sei“, schließt auch unsere Pflicht mit ein, uns jeglicher Form von Antisemitismus, „Antiziganismus“, antimuslimischem Rassismus, Homophobie, Rassimus gegen POC, und anderen Arten von reaktionären Ausgrenzungsmechanismen entschieden und mit allen Mitteln entgegenzustellen – besonders in Zeiten, in denen wieder im Namen einer angeblichen „Volksgemeinschaft“ Massen auf die Straße gehen; in denen Menschen ausgegrenzt, bedroht und angegriffen werden, weil sie nicht dazugezählt werden; in denen die Zahl der rassistischen, antisemitischen und antimuslimischen Übergriffe in Europa rasant zugenommen hat und viele Jüdinnen und Juden auswandern, da sie sich hier nicht mehr sicher fühlen.

Gedenkkundgebung:
27.1.2015 um 16.30 Uhr am Mahnmal „Schlachthoframpe“

Wir wollen nach einigen kurzen Redebeiträgen (u.a. Kritische Intervention Wiesbaden, ,Ricardo Lenzi Laubinger (Vorsitzender, Sinti-Union Hessen), Gabriel Nyc (Verdi Jugend Südhessen/Wiesbaden)) gemeinsam im Gedenken an alle vom Naziregime Verfolgten einen Kranz niederlegen und Kerzen entzünden. Im Anschluss gehen wir gemeinsam zum Mahnmal für die deportierten und ermordeten Wiesbadener Sinti und Roma um auch dort Kerzen aufzustellen.

 

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