AustauschBar Jahresabschluss

Die letzte AustauschBar dieses Jahres möchten wir gerne in ruhiger Atmosphäre mit allen Interessierten verbringen. Um den Stress des Alltags ein bissschen besser entfliehen zu können, haben wir für Plätzchen und Glühwein gesorgt.
Wir freuen uns auf euch!

„Wir, die Kritische Intervention Wiesbaden, bilden einen Zusammenschluss für Personen, die Interesse an unabhängiger linker Politik haben, und möchten eine Plattform schaffen, um diese in der Praxis umsetzen zu können.

Die AustauschBar soll als Anlaufpunkt dienen, um uns gemeinsam ab 19 Uhr mit politisch relevanten Inhalten auseinanderzusetzen und im Anschluss ab ca. 21 Uhr gemütlich zusammen zu sitzen.

Zu bestimmten Themen werden wir auch in Form von Vorträgen und Filmvorführungen Input für die Diskussion geben, worüber ihr euch zeitnah auf unserer Facebookseite informieren könnt.

Der Abend soll einen offenen Rahmen für alle
Interessierten bieten, in welchem jegliche
Form gesellschaftlicher Ausgrenzung
keinen Platz findet.

Kommt vorbei, wir freuen uns auf Euch!“

AfD nicht unkommentiert lassen – jetzt erst recht!

AfD nicht unkommentiert lassen – jetzt erst recht!

 

Gegenkundgebung von DIE LINKE Wiesbaden

Donnerstag, 03.12.2015 – 18.00 Uhr

Sportplatz Erbenheim (Oberfeld 7)

Da eine gemeinsame Anreise immer sicherer und schöner ist Treffen wir uns um 17:00 an der Bushaltestelle Bismarckring in der Dotzheimer Straße! Hin da!

Die AfD Wiesbaden will am morgigen Donnerstag, den 03.12.2015, einen Stammtisch in Wiesbaden-Erbenheim abhalten, bei dem auch die Bundessprecherin der AfD, Frauke Petry, geladen ist. Nachdem die „Demokraten 2015“ zu einer Gegenkundgebung aufgerufen hatten, hat die AfD Wiesbaden auf ihrer Homepage einen „offenen Brief“ an Lex Hoogstad, den Anmelder der Gegenkundgebung, veröffentlicht[1]. Hiermit versuchen die Rechtspopulist*innen offensichtlich, öffentlichen Druck auf Herrn Hoogstad aufzubauen. Scheinbar ist dieser Plan aufgegangen: Kurz nach der Veröffentlichung des offenen Briefes wurde die Veranstaltung der „Demokraten 2015“ auf Facebook überraschend abgesagt. Auf Nachfrage wurde ein Mangel an „Zeit und Geld“ und organisatorischen Möglichkeiten angegeben, jedoch nicht auf den offenen Brief eingegangen.

Neben diesem Versuch der öffentlichen „Diskreditierung“ versucht die AfD Wiesbaden in dem offenen Brief aber auch noch, sich als die „besseren Demokraten“ darzustellen – nicht nur, indem sie den Gegendemonstrant*innen undemokratische Mittel und Ziele unterstellt. Sie laden Herrn Hoogstad explizit ein, an der Veranstaltung mit Frauke Petry teilzunehmen, und fordern ihn sogar auf, mit ihnen gemeinsam eine „Podiumsdiskussion am 12. Februar 2016 in Wiesbaden […] mit dem Thema ‚Welche Umgangsformen sind konstituierend für demokratische Verhaltensweisen in einer auf Grundrechten basierenden Staatsform?‘“[2] durchzuführen. Damit wollen sie sich als „gute Demokraten“ inszenieren, die angeblich auf Meinungsfreiheit und offenen Austausch setzen. Herr Hoogstad soll damit vor die angebliche Wahl gestellt werden, entweder auf das Diskurs-Angebot der AfD einzugehen oder sich als jemand zu outen, der „Krawall“[3] provoziert und demokratische Werte in Frage stellt.

Wir hoffen, dass Herr Hoogstad sich nicht weiter von der AfD Wiesbaden und ihrer populistischen Stimmungsmache einschüchtern lässt und ihren rechten Argumentationsstrategien nicht auf den Leim geht. Die AfD hat oft genug gezeigt, dass sie sich nicht für Gleichberechtigung einsetzt, sondern die rassistische Stimmung in dieser Gesellschaft weiter aufheizt. Sich mit ihr zusammen an einen ‚runden Tisch‘ oder auf ein Podium zu setzen, wäre fatal: Dadurch würde ihre rechte Hetze als gleichberechtigte, demokratisch aushandelbare Meinung legitimiert. Rassismus ist aber nicht diskutabel, sondern es gilt, ihn auf allen Ebenen als gefährlich zu entlarven und sich ihm entgegenzustellen.

 

Dass das Selbstbild, das die Wiesbadener AfD in ihrem offenen Brief von sich behaupten möchte, nicht der Realität entspricht, zeigt sich schnell, wenn man einige der Vorfälle der letzten Monate betrachtet. Immer wieder fallen Mitglieder der AfD durch rechte Aussagen auf. Innerhalb der Partei entfachte ein Machtkampf zwischen Bernd Lucke, der aus Sicht vieler Pateimitglieder schon zu ‚weichgespülte‘ Standpunkte vertrat, und Frauke Petry, die eher eine rechtsoffene Meinung repräsentiert. Petry entschied den Machtkampf für sich, als sie im Juli 2015 mit 60% der Stimmen zur Parteivorsitzenden gewählt wurde. Es verwundert, dass die Wiesbadener AfD von einer Wertschätzung der Presse spricht[4], obwohl die Parteivorsitzende im Duktus von PEGIDA und Co. von der „Pinnocchiopresse“ [5] spricht. Auch andere Mitglieder der Partei trumpfen regelmäßig durch Aussagen auf, die so gar nicht nach demokratischen „Werten“ klingen. So äußerte sich Lucke: „Das Problem sind eher Randgruppen wie Sinti und Roma, die leider in großer Zahl kommen und nicht gut integrationsfähig sind“[6]. Noch deutlicher zeigt sich der Rassismus innerhalb der Partei in einem Beitrag auf einer von der AfD-Politikerin Beatrix von Storch betriebenen Internetseite: „Multikulti hat die Aufgabe, die Völker zu homogenisieren und damit religiös und kulturell auszulöschen.“[7]. Auch Antisemitismus liegt den Mitgliedern der AfD nicht fern; so veröffentlichte Jan-Ulrich Weiß, Nachrücker für die AfD in den Brandenburger Landtag, auf Facebook eine antisemitische Karikatur[8]. Auch einige Anzeigen, z.B. wegen Volksverhetzung, kann die AfD vorweisen[9].

Auch die Berührungsstellen zur extremen Rechten sind bei weitem nicht so wenige, wie die AfD gerne von sich behauptet: Diverse Mitglieder haben eine Vergangenheit in der rechten Szene, und auch die Zusammenarbeit mit der NPD oder anderen rechten Organisationen ist immer wieder gegeben[10]. Auch wenn dies teilweise (jedoch bei weitem nicht immer) zu Ausschlussverfahren aus der Partei führt, da diese ihr Image als demokratische Vertretung der ‚Mitte‘ verteidigen möchte, ist es doch bezeichnend für deren politische Ausrichtung.

Unterm Strich bleibt festzuhalten: Der rassistischen und rechtspopulistischen Hetze der AfD darf kein Raum geboten werden.

 

Deshalb: Morgen alle auf nach Erbenheim! Lasst uns gemeinsam und lautstark gegen Frauke Petry und die AfD auf die Straße gehen!

 

Kritische Intervention Wiesbaden, 02.12.2015

[1] vgl.: http://www.afd-wiesbaden.de/offener-brief-an-herrn-lex-hoogstad/

[2] Vgl. ebenda.

[3] Ebenda.

[4] Vgl. ebenda.

[5] Vgl.: http://www.welt.de/vermischtes/article149472395/AfD-Chefin-Petry-quasselt-bei-Plasberg-alle-nieder.html

[6]Vgl.: http://www.huffingtonpost.de/2014/01/12/hartz-iv-zuwanderer-afd-lucke_n_4583507.html

[7] Vgl.: http://www.huffingtonpost.de/2014/03/25/rechte-populismus-afd_n_5025753.html

[8] Vgl.: http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/was-ist-eigentlich-rechtsextrem-der-afd-9749

[9] Vgl. ebenda.

[10] Vgl. ebenda.

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AustauschBar zu „Alternative für Deutschland (AfD)“

Kommende AustauschBar möchten wir auf Basis von Interviews über die Partei „Alternative für Deutschland“ diskutieren, welche vor allem durch rassistische Hetze und Mobilisierungen auf sich aufmerksam macht.

„Wir, die Kritische Intervention Wiesbaden, bilden einen Zusammenschluss für Personen, die Interesse an unabhängiger linker Politik haben, und möchten eine Plattform schaffen,
um diese in der Praxis umsetzen zu können.

Die AustauschBar soll als Anlaufpunkt dienen, um uns gemeinsam ab 19 Uhr mit politisch relevanten Inhalten auseinanderzusetzen und im Anschluss ab ca. 21 Uhr gemütlich zusammen zu sitzen.

Zu bestimmten Themen werden wir auch in Form von Vorträgen und Filmvorführungen Input für die Diskussion geben, worüber ihr euch zeitnah auf unserer Facebookseite informieren könnt.

Der Abend soll einen offenen Rahmen für alle
Interessierten bieten, in welchem jegliche
Form gesellschaftlicher Ausgrenzung
keinen Platz findet.

Kommt vorbei, wir freuen uns auf Euch!“

Demonstration „Für faire Asylverfahren“ in Wiesbaden

Gerne Teilen wir den Aufruf von Roshani e.V. – Afghan Helping Organization

Alle am Samstag dem 28.11.2015 um 15 Uhr zum Faulbrunnenplatz  in Wiesbaden

FLÜCHTLINGSSCHUTZ STATT FLÜCHTLINGSABWEHR – FÜR FAIRE ASYLVERFAHREN

Die Bundesregierung drängt nach Medienberichten (Zeit, FAZ) darauf, durch ein Rücknahmeabkommen auf EU-Ebene Abschiebungen nach Afghanistan zu erleichtern und droht damit, den faktischen Abschiebestopp der letzten Jahre beenden zu wollen – trotz der sich laufend verschlechternden Sicherheitslage.

Die Begründung?

In Afghanistan gebe es sichere Gebiete und mit Städten wie Kabul auch innerstaatliche Fluchtalternativen.

Im Fall einer Abschiebung afghanischer Asylantragssteller müsste die Bundesregierung garantieren, dass den Betroffenen keine Gefahren für Leib oder Leben drohen.

Doch kann die Bundesregierung dies den betroffenen afghanischen Flüchtlingen wirklich garantieren?

Ein Blick auf Veröffentlichungen zur aktuellen Sicherheitslage in Afghanistan zeigt, dass nach wie vor die Sicherheitslage durch steigende Kriminalität, Rivalitäten lokaler Machthaber sowie triviale Spannungen beeinträchtigt wird: Nach zahlreichen spektakulären Angriffen in der Hauptstadt Kabul im Frühjahr 2015 wurde das Land im August 2015 von einer Welle der Gewalt überrollt. In Kabul kam es zu den schwersten Angriffen seit Jahren. Am 7. August 2015 wurden binnen 24 Stunden drei verschiedene Anschläge verübt, welche zahlreiche Todesopfer und tausende Verletzte unter der Zivilbevölkerung gefordert haben.

Solche Gewaltakte stehen in Kabul sowie in allen Gebieten Afghanistans nach wie vor an der Tagesordnung – wie kann hier für „keine Gefahr für Leib und Leben“ garantiert werden?

Darüber hinaus ist die Versorgungslage in Afghanistan katastrophal. Über ein Drittel aller Kinder sind unterernährt, es fehlt an ausreichend qualifiziertem medizinischem Personal und bezahlbaren Medikamenten. Die Zahl der Rückkehrer aus den Nachbarstaaten ist aufgrund der verschlechterten Sicherheits- und Versorgungslage zuletzt erheblich zurückgegangen. Trotzdem leben zehntausende zurückgekehrte Afghanen bereits seit Jahren in Slums und Zeltstädten vor den Toren Kabuls. Neben der allgemeinen Gefahr durch Bürgerkrieg und Mangelversorgung sind auch Zwangsrekrutierungen durch die Taliban und das boomende Geschäft mit Entführungen insbesondere für Abgeschobene eine Bedrohung.

Zusammenfassend ist festzuhalten: Die Sicherheits- und Versorgungslage in Afghanistan ist katastrophal.

Dass die Bundesregierung vor diesem Hintergrund Abschiebungen nach Afghanistan forcieren will, ist aus menschenrechtlicher Sicht inakzeptabel.

Ein großer Teil der afghanischen Asylsuchenden wird in Deutschland im Asylverfahren anerkannt. 2014 erhielten 68 Prozent der Betroffenen einen Schutzstatus zugesprochen.

Abschiebungen von abgelehnten afghanischen Asylsuchenden nach Afghanistan erfolgten in den letzten Jahren nur im einstelligen Bereich. Bei den Betroffenen handelte es sich in der Regel um Straftäter. Dennoch wurde die Fiktion aufrechterhalten, abgelehnte afghanische Asylsuchende könnten eines Tages im großen Stil abgeschoben werden. Insbesondere alleinstehenden Männern, so der Tenor der Rechtssprechungspraxis, könnte zugemutet werden, sich im relativ sicheren Kabul irgendwie durchzuschlagen.

Mit dieser Argumentation wird ein Teil der afghanischen Asylsuchenden mit einer Duldung abgespeist – die Betroffenen bleiben nicht selten jahrelang ohne sichere Lebensperspektive. PRO ASYL hat die Bundesinnenministerkonferenz in den letzten Jahren immer wieder gebeten, aus der aus guten Gründen zurückhaltenden Abschiebungspraxis aller Bundesländer die Konsequenz zu ziehen und lediglich geduldeten Afghanen einen Aufenthaltstitel zuzusprechen.

Diesen Zustand der Nichtabschiebung bei gleichzeitiger Verweigerung eines Schutzstatus will die Bundesregierung offenbar jetzt beenden – zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Rund 7000 geduldete Afghanistan-Flüchtlinge könnten von den geplanten Abschiebungen betroffen sein. Das Schicksal der oft bereits seit Jahren in Deutschland lebenden Flüchtlinge soll nun offenbar zur Abschreckung jener missbraucht werden, die sich aktuell in Afghanistan zur Flucht entschließen.

Was wollen wir dagegen tun?

Wir vom Verein Roshani e.V. – Afghan Helping Organization wollen nicht länger zusehen, dass langjährig Geduldete ohne sichere Lebensperspektive bleiben und Menschen in Länder mit solch katastrophaler Sicherheits- und Versorgungslage abgeschoben werden.

Wir fordern: Flüchtlingsschutz statt Flüchtlingsabwehr! Faire Asylverfahren für ALLE FLÜCHTLINGE – ALLER HERKUNFTSLÄNDER!

Wir fordern: Bei nicht garantierbarer Sicherheit für Leib und Leben im jeweiligen Herkunftsland darf nicht abgeschoben werden!

Wir fordern: Keine Abschiebung in Länder, in denen Krieg herrscht! Wir fordern: Abschaffen der Dublin III-Regelungen!

Wann und wie wollen wir etwas dagegen tun?
Wir vom Verein Roshani e.V. – Afghan Helping Organization veranstalten eine Demonstration

mit dem Thema „Für faire Asylverfahren“.

Wann: Samstag, 28.11.2015
Wo: Wiesbaden
Versammlung am Faulbrunnenplatz Wiesbaden Beginn: 15.00 Uhr

AustauschBar „Bewegungsgeschichte 3“

Dieses Mal wird es im Rahmen des Bewegungsgeschichte-Blocks um die Rote Armee Fraktion (RAF) gehen, welche ihren Ursprung in der StudentInnenbewegung der ’60er hat.
Auch dieses Mal werden wir zunächst eine Dokumentation schauen, um eine gemeinsame Grundlage für die folgende Diskussion zu haben.

„Wir, die Kritische Intervention Wiesbaden, bilden einen Zusammenschluss für Personen, die Interesse an unabhängiger linker Politik haben, und möchten eine Plattform schaffen,
um diese in der Praxis umsetzen zu können.

Die AustauschBar soll als Anlaufpunkt dienen, um uns gemeinsam ab 19 Uhr mit politisch relevanten Inhalten auseinanderzusetzen und im Anschluss ab ca. 21 Uhr gemütlich zusammen zu sitzen.

Zu bestimmten Themen werden wir auch in Form von Vorträgen und Filmvorführungen Input für die Diskussion geben, worüber ihr euch zeitnah auf unserer Facebookseite informieren könnt.

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Kommt vorbei, wir freuen uns auf Euch!“

AustauschBar „Bewegungsgeschichte 2“

Im zweiten Teil des Themenblocks zur internationalen linken Bewegungsgeschichte möchten wir uns, anhand einer Dokumentation, mit dem Tod Carlo Giulianis beschäftigen.

Am 20.07.2001 wurde Carlo Giuliani von einem Carabinieri in Genua erschossen. An diesem Tag kam es im Anschluss an eine Demonstration gegen den dortigen G8-Gipfel zu Ausschreitungen. Im Verlauf der Auseinandersetzungen mit den Carabinieri wurde Carlo Giuliani getötet.

„Wir, die Kritische Intervention Wiesbaden, bilden einen Zusammenschluss für Personen, die Interesse an unabhängiger linker Politik haben, und möchten eine Plattform schaffen,
um diese in der Praxis umsetzen zu können.

Die AustauschBar soll als Anlaufpunkt dienen, um uns gemeinsam ab 19 Uhr mit politisch relevanten Inhalten auseinanderzusetzen und im Anschluss ab ca. 21 Uhr gemütlich zusammen zu sitzen.

Zu bestimmten Themen werden wir auch in Form von Vorträgen und Filmvorführungen Input für die Diskussion geben, worüber ihr euch zeitnah auf unserer Facebookseite informieren könnt.

Der Abend soll einen offenen Rahmen für alle
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AustauschBar „Bewegungsgeschichte 1“

Mit der kommenden AustauschBar (20.10.2015) wollen wir in einen neuen thematischen Block starten.
Die nächsten drei Bars werden wir uns anhand von Filmen mit der linken Bewegungsgeschichte auseinandersetzen.
Hierbei wollen wir anhand von unterschiedlichen Beispielen einen Einblick in die internationale Entwicklung der (radikalen) Linken erhalten. Ebenso sollen unterschiedliche historische Kontexte betrachtet werden.
Der thematische Einstieg soll diese AustauschBar mit einer Dokumentation zu den Internationalen Brigaden erfolgen.
Wie gewoht wird es im Anschluss an die Dokumentation Raum für Diskussionen geben.

„Wir, die Kritische Intervention Wiesbaden, bilden einen Zusammenschluss für Personen, die Interesse an unabhängiger linker Politik haben, und möchten eine Plattform schaffen,
um diese in der Praxis umsetzen zu können.

Die AustauschBar soll als Anlaufpunkt dienen, um uns gemeinsam ab 19 Uhr mit politisch relevanten Inhalten auseinanderzusetzen und im Anschluss ab ca. 21 Uhr gemütlich zusammen zu sitzen.

Zu bestimmten Themen werden wir auch in Form von Vorträgen und Filmvorführungen Input für die Diskussion geben, worüber ihr euch zeitnah auf unserer Facebookseite informieren könnt.

Der Abend soll einen offenen Rahmen für alle
Interessierten bieten, in welchem jegliche
Form gesellschaftlicher Ausgrenzung
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Kommt vorbei, wir freuen uns auf Euch!“

Heute Austauschbar

Allen wirrungen zum Trotz, Heute Austauschbar!

Austauschbar ein Rezept,
Fast ein Jahr köcheln wir als KI:Wi nun an unserem wichtigstem Rezept, derAustauschbar, herum. Mal müssen die Zutaten hektisch zusammengestellt werden, mal köchelt alles ruhig vor sich hin, mal werden Themen fein tranchiert und dann über Wochen langsam gegart aber manchmal gibt es auch einen riesigen saftigen (Seitan-)Braten der die Zuhörenden etwas erschlägt. Alles in allem war das
alles bisher ein Explosion der Geschmäcker, da waren amüsante Abende mit ordentlich Pfeffer, da gab es Abende an denen zu viele Zwiebeln geschnitten wurden, aber auch ernsthaft mit ein paar sauren Gurken wurde diskutiert.

Wir wollen nächsten Dienstag mit euch gemeinsam einen Rückblick wagen, Wir wollen zusammen analysieren was wir besser machen können und wie wir in das zweite Jahr Austauschbar starten können. Außerdem wollen wir etwas über eure Erwartungen an die Austauschbar und an die Gruppe Ki:Wi hören.

Unter Umständen wird es passend zu den warmen Temperaturen ein Getränkespecial geben! Kleingeld einpacken.

http://kiwi.kulturkneipe-sabot.de/?ai1ec_event=austauschbar-8&instance_id=590

Die Toten kommen … nach Wiesbaden

Wir dokumentieren und analysieren hiermit die Aktion „Die Toten kommen … nach Wiesbaden“ für die Öffentlichkeit. Am späten Abend des 30. Juni 2015 sind in Wiesbaden, wie auch in anderen Städten zuvor, mehrere symbolische Grabstätten aufgetaucht. Die Gräber wurden mit Kreuzen mit der Aufschrift „Grenzen töten“ sowie mit einer Hinweiskarte mit dem Text: „Dies ist ein symbolisches Grab, zum Gedenken an alle Toten, die auf der Flucht vor Verfolgung, Krieg und Hunger an den europäischen Grenzen ihr Leben lassen.“ versehen.

Die Orte, die hierfür gewählt wurden, lassen zum einen darauf schließen, dass eine kritische Öffentlichkeit erreicht werden soll. Zum anderen sind die Gräber am Landtag und am Innenministerium ein Aufzeigen der Mitverantwortlichen für die katastrophalen Verhältnisse Flüchtender im Mittelmeerraum. Wir befürworten diese Aktion, die eine berechtigte Kritik an der EU-Grenzpolitik darstellt. Vor allem die Politik Deutschlands treibt die Abschottung Europas maßgeblich voran.

Täglich versuchen Menschen aus verschiedensten Teilen der Welt, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen und nach Europa zu flüchten. Nach einer zum Teil monatelangen Flucht quer durch Kontinente, die nicht selten durch Verfolgung, Überfälle und staatliche Willkür erschwert und behindert wird, stehen die Flüchtenden vor dem Mittelmeer, das aufgrund der europäischen Grenzpolitik der Abschreckung und Abschottung nur auf illegalem Wege und oft nur durch die Unterstützung von Fluchthelfer*innen / Schleuser*innen zu überqueren ist. Hier zieht sich die europäische Politik aus der Affäre, die jahrelang z.B. an Waffenlieferungen an destabilisierte Regionen verdiente, aber nun eine Grenzschutzagentur einsetzt, die durch Repression die vor selbigen Waffen Flüchtenden davon abhalten soll, europäischen Boden zu betreten. Es werden Fluchthelfer*innen zu kriminellen Schleuser*innen erklärt, die angeblich nicht seetaugliche Boote zu horrenden Preisen vergeben würden. Dass Frontex selbst aktiv wird und Booten zum Beispiel den Treibstoff ablässt und diese so aktiv in eine lebensbedrohliche Situation bringt, wird verschwiegen.

Besonders perfide ist hierbei die Rolle Deutschlands, das sich hinter „Dublin III“ versteckt und weiter die Politik der Abschottung maßgeblich vorantreibt. So kann aus „sicherer Entfernung“ das Leid der Menschen im Mittelmeer verdrängt werden, da wir in Mitteleuropa nicht mit ansehen müssen, wie sich Tote an den Stränden sammeln, die Opfer eben dieser Politik der Abschottung werden. Hier wirkt es noch zynischer, dass nach dem Untergang mehrerer Boote im Frühjahr 2015 eine sogenannte „Rettungsmission“ beschlossen wurde, die eine weitere Militarisierung und Verstärkung von Frontex bedeutet.

Deutschland und die EU ignorieren in trauriger Konsequenz ihre eigenen moralischen Grundsätze. Die Flüchtenden finden sich nach ihrer überstandenen Überfahrt in menschenunwürdigen Auffanglagern wieder oder werden nach ihrem qualvollen Tod auf See in anonymen Massengräbern in Südeuropa „verscharrt“. Da die EU nicht in der Lage ist, den Menschen, an deren Verfolgung sie verdient, ein letztes Stück Respekt entgegen zu bringen, finden wir es wichtig, den Toten auf andere Weise zu gedenken. Der symbolische Akt, auf Straßen und Plätzen Gräber auszuheben, ist zum einen eine Würdigung der Toten, ein letzter Versuch, diesen Menschen ein wenig Respekt entgegen zu bringen. Zum anderen wird ein Signal gegen das Vergessen unserer Verantwortung gesetzt.

Wir nehmen diese Aktion zum Anlass, unsere Forderungen an die europäische Politik zu unterstreichen. Flucht ist kein Verbrechen. Wir fordern den sofortigen Stopp der Illegalisierung der Flüchtenden und der Repression an den Außengrenzen der Festung Europa!

Das Kreuz als Symbol auf den Gräbern muss hierbei noch kritisch beleuchtet werden. Natürlich handelt es sich bei dem Kreuz um ein christliches Symbol, das hier vermutlich gewählt wurde um klar zu stellen, dass es sich um eine Grabstelle handelt. Die Flüchtenden haben verschiedenste (oder auch keine) religiöse Weltanschauungen und kein Grab sollte unreflektiert und vereinnahmend mit religiösen Symbolen geschmückt werden. Ziel der Aktion ist unserer Auffassung nach allerdings nicht nur, den Individuen zu gedenken, sondern auch, eine breite Masse der Gesellschaft mit den Realitäten dieser Tode zu konfrontieren. Das Kreuz ist hier ein stilistisches Hilfsmittel, das eben unmittelbar verstanden wird.

 

Antifa, Gentrifizierungskritik, Refugees, Antirassismus, Bleiberecht, Antikapitalismus, Antisemitismus-kritik, Antisexismus, Wiesbaden, Adorno-Marx-Hegel